Welche Er­fahrungen können Kirchen von der Doppik in den Kommunen nutzen?

Die Modernisierung des Kirchlichen Rechnungswesens in Form der erweiterten Kameralistik oder als doppelte Buchführung in Konten ist ein umfassendes und ressourcenintensives Projekt, welches eine klare Struktur und Vorgehensweise benötigt, ohne Zweifel jedoch die Kirchen in Deutschland bereits einige Zeit beschäftigt.

Zum Teil bereits einige Zeit länger können die kommunalen Gebietskörperschaften in Deutschland auf Erfahrungen in der Umstellung des Rechnungswesens von der Kameralistik auf die Doppik zurückgreifen.

Die Vielfalt und der Umfang der mit der Umstellung einhergehenden Themen, macht das Projekt sowohl für die Kommunen wie auch die Kirchen oftmals zu einem schwierigen und schwer greifbaren Thema.

Doch was können die Kirchen von der kommunalen Doppik lernen?

Die Aufstellung von Eröffnungsbilanz und Jahresabschluss erfordern ein funktionsfähiges Rechnungswesen (Finanz- und Anlagenbuchhaltung). Der sachgerechte Abschluss der Rechnungsperiode (Jahresabschluss) ist erst möglich, wenn alle Konten (Bestands- und Erfolgskonten) abgeschlossen werden können. Dies erfordert neben der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung auch eine funktionsfähige und vollständige Anlagenbuchhaltung.

Im Rahmen der Prüfung von kommunalen Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüssen wird immer wieder deutlich, dass einige wichtige Anforderungen an das Rechnungswesen und explizit an die Anlagenbuchhaltung noch nicht umgesetzt wurden.[1] Dies führt zu Feststellungen, dessen Ursprung oftmals in der sich verändernden Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen dem Bereich Finanzen und z.B. dem Fachbereich Bau begründet liegen. Eine fehlende systematische Verzahnung zwischen den Abteilungen innerhalb der Verwaltung macht zum Einen die Aufstellung der Jahresabschlüsse und zum anderen die Zielstellung der systematischen Steuerung sehr schwierig und umständlich bzw. laufen die eingeführten Instrumente ins Leere. Dies führt regelmäßig zur Verschiebung der Aufstellung der Jahresabschlüsse und zu einem konstanten Anwachsen der damit verbundenen Themen.

Vor diesem Hintergrund beraten und unterstützen wir sowohl Kommunen wie auch die kirchlichen Verwaltungen bei der Umstellung auf die neue Buchführungs- und Steuerungssystematik und fokussieren dabei immer die Funktionsfähigkeit im „Echtbetrieb“.

Für Rückfragen zu den Themen der Einführung und Umsetzung des kirchlichen und auch kommunalen Rechnungswesens sowie der sachgerechten Integration der notwendigen Arbeitsabläufe und Strukturen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

[1] Vgl. hierzu z.B. den Jahresbericht 2016 des Sächsischen Rechnungshofs, Band II: Kommunalbericht, ab S. 81.

Verfasser:

Sebastian Heinemann

Interner Revisor DIIR
Externer Datenschutzbeauftragter